|
Am Jahresende erhalten alle Unterstützer eine Spendenbescheinigung. |
|
-quittung 2011 als PDF zum Herunterladen. Ganz
herzlichen Dank für Eure / Ihre Spenden im vergangenen Jahr.
|
|
unseres Hilfsfonds "Sarajevo Love" 2010 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde! Im Mai letzten Jahres
(2010) hatten wir in Münster Besuch aus Sarajevo und Barcelona.
www.sarajevo-love.blogspot.com Wir wünschen ein
glückliches neues Jahr, natürlich Gesundheit
|
|
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde! Vielen herzlichen Dank für all Ihre / Eure Bereitschaft im letzten Jahr (2009), den Menschen in Sarajevo, der Stadt und den Menschen, die wir so lieb gewonnen haben, lebensnotwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Wieder ist es uns gelungen, unbürokratisch, schnell und dauerhaft Menschen in Notlagen Hoffnung zu bringen. Dankbar sind wir Muamera, unserer Freundin in Sarajevo (von Beruf Psychologin), die mit unseren Spendengeldern ganz konkret Menschen in existenziellen Lebenslagen hilft. Sie erhält unsere Spendengelder über unseren Koordinator und Initiator der Sarajevo-Hilfe, Ludo Hupperts, zusammen mit seiner Frau Jeanine. Beide wohnen seit einigen Jahren in Spanien. Ludo hat uns zu Weihnachten einen ausführlichen Brief über die Lage in Sarajevo geschrieben, den wir in Auszügen hier veröffentlichen:
„Wie sieht es aus in
Bosnien? Die Krise hat auch da ihre negative Spuren hinterlassen: sehr
hohe Arbeitslosigkeit, kaum ein soziales Netzwerk. Weil so wie so Geld
knapp (geworden) ist, wird natürlich gespart im sozialen Bereich.
Menschen kriegen gar keine oder sehr kleine Rente. Die meiste Hilfefälle
sind Familien, die ohne extra Hilfe nicht auskommen können. Das wenige
Geld, das die Leute haben, reicht oft nicht aus, um sich gut zu ernähren;
bleibt also nichts übrig für andere Sachen wie Kleidung, Schuhe,
Strom, Heizung (Holz). Übrigens ist es in die Republik Srpska (Serbische
Republik) schlimmer als in die Federation (Kroatische und Moslemische Teil).
Muamera
hilft übrigens alle ethnische Gruppen.
Zwei konkrete Beispiele:
In die Stadt Pale (Srpska) wohnt eine junge Serbische Familie mit 5 Kindern
(zwischen 2 und 10 Jahren). Mann und Frau haben keine Arbeit und kein Einkommen.
Das wenige Geld, das der Vater verdienen kann, ist etwas zu tun für
andere. Muamera gab das Beispiel Holz schleppen, Auto putzen, helfen
auf dem Acker. Sie unterstützt diese Familie von 7 Leute mit Kleidung,
Schuhe, Essen und Holz zum heizen und natürlich sucht sie was für
den Vater zu tun, damit er jedenfalls selbst was verdient. Sie sagte mir,
dass ohne ihre Hilfe diese Leute nicht leben könnten.
Direkt außerhalb
von Sarajevo wohnt die Familie Kovacs; Vater (50), Mutter und Tochter
(20). Diese drei haben kein Einkommen und wohnen seit dem Ende des Krieges
in Bosnien in ein Aufenthaltslager für Flüchtlinge (alle drei
in einem Zimmer, das sie selbst heizen müssen); also schon 15 Jahre.
Sie hatten und haben noch ein eigenes Haus, aber das ist so schlimm zerstört,
dass sie da nicht zurückgehen können. Und ihm fehlt das Geld
zum Reparieren. Der Vater malt Bilder und versucht die zu verkaufen. Damit
macht er im Sommer, als die Touristen da sind, ein wenig Geld. Muamera
unterstützt auch diese Familie mit all das, was dringend nötig
ist. Sie haben noch eine Tochter, die seit 3 Jahre verheiratet ist und
in Bihac wohnt (Nord West Bosnien). Diese 3 Jahre haben die Eltern ihre
verheiratete Tochter nicht mehr gesehen, weil es kein Geld gibt, die Bus
zu bezahlen. Muamera versucht auch hier zu helfen, damit die Eltern mit
Weihnachten ihre Tochter mal treffen können.
Als wir hierüber sprachen sagte Muamera, dass sie viele Familien kennt, die gerne in ihrem eigenen Haus zurückgehen möchten, könnten sie es nur reparieren und hätten sie Geld, die Materialen zu bezahlen. So kam ich auf die Idee, mal nach zu schauen, ob ich nicht in der Lage bin mit ein paar Freunde (und etwas Geld natürlich) nach Sarajevo zu reisen und vor Ort an zu packen; die Materialen uns zu besorgen und mit zu helfen. Vielleicht ein prima Idee für das neue Jahr. Übrigens haben Jeanine und ich vor, im neuen Jahr wieder nach Sarajevo zu reisen und uns am Ort wieder selbst zu informieren und darüber eine ausführliche Reportage zu machen. Das Jahr 2010 wäre dafür sehr geeignet, weil es dann 15 Jahre nach dem Krieg ist und ich schon 15 Jahre Hilfe leiste und Sarajevo Love dann auch 10 Jahre existiert und 50.000 Euros geschickt hat.“
Soweit Ludo Hupperts.
Wir haben seinen Sprachstil bewusst so belassen. Er ist Holländer
und schreibt doch wirklich klasse.
Wir wünschen Ihnen / Euch ein glückliches neues Jahr, natürlich Gesundheit und grüssen Sie / Euch sehr herzlich Christoph Schmidt-Ehmcke, Andreas Czarske, Thomas Nufer und Dieter Schönfelder
Weiter Infos :
|
| Ansprechpartner:
Andreas Czarske 0251/ 51028-53 Dieter Schönfelder 0251/ 51028-54 Christoph Schmidt-Ehmcke 0251/ 51028-51 Bankverbindung:
KD-Bank, Dortmund - BLZ 350 601 90
|
| Sarajevo
Love
Man kann Sarajevo lieben und man kann in Sarajevo lieben. Sarajevo, Stadt der olympischen Winterspiele 1984, im bosnisch-serbischen Krieg 1992/93 eingeschlossen und schwer zerstört, und die Liebe: 1996 fliegt eine Gruppe des Ev. Jugendpfarramts des Kirchenkreises Münster auf Einladung der bosnischen Regierung nach Sarajevo, um im dortigen Nationaltheater ein Musiktheater über den gerade überstandenen Bürgerkrieg zu zeigen – „Sarajevo love“. Wie passt das Alles zusammen? Am Anfang
dieser Geschichte standen ein Wunsch der Stadt Münster und ein Foto
im Time-Magazin. Münster bereitete sich auf das 350jährige Jubiläum
des Westfälischen Friedens vor. Unter den vielen Veranstaltungen sollte
auch eine für Jugendliche sein, die die Ursachen des 30jährigen
Krieges und dem unwahrscheinlichen Frieden in Münster auch für
junge Leute verständlich machte. Die komplizierte Geschichte eines
Religionskrieges war zu erzählen. Könnt ihr das, wurde das Jugendpfarramt
gefragt.
Thomas Nufer schrieb dazu Drehbuch, zwei Mitglieder des Panikorchesters von Udo Lindenberg komponierten die Musik, eine große Gruppe von - meist semiprofessionellen, und von Laien -Schauspielern übernahmen die Rollen, ein Nachwuchschor der Erlöserkirchengemeinde sang und tanzte die Musicalpartien. Ein großer Erfolg, ständig ausverkauft, Tränen der Betroffenheit und des Schocks - man verstand zum ersten Mal, was „dort auf dem Balkan“ eigentlich geschehen war. Und verstand auch, welch eine verheerende Rolle eine fundamentalistisch geglaubte Religion spielen konnte. Die große Überraschung: Die Einladung der bosnischen Regierung, das Stück in Sarajevo selbst zu spielen. Ein deutscher Sponsor ließ Schauspieler in das kriegszerstörte Sarajevo fliegen, das gesamte Ton- und Bühnenequiment folgte in zwei Lastwagen über den Landweg. Die Premiere sahen die Offiziellen, Diplomaten, Nato-Soldaten, es gab Verständnis- und Übersetzungsprobleme. Die nächsten Vorstellungen waren jugendlicher besetzt – die vermutlich – Studentinnen und Studenten, manche ehemals Flüchtlinge in Deutschland, verstanden Deutsch und folgten bewegt und betroffen der Interpretation eines Geschehens, das sie oft selbst erlitten, was die Münsteraner nur gehört hatten. Und, unbemerkt, waren die Eltern der erschossenen Admira unter den Zuhörern. Einige besuchten sie später in ihrem Haus und berichteten, wie sehr sie unser Stück berührt habe, welche Trauer sie immer noch gefangen hält und welcher Hass. Die Darstellerin der Admira trug, von der Regie unbemerkt, ein Kreuz um den Hals. Ihre wirkliche Mutter aus Sarajevo rief: „Ja, sie trug ein Kreuz, obwohl sie doch Muslimin war. Aber Bosko hatte es ihr geschenkt!“ Kann
man nach solch einer Geschichte nach Münster zurückkehren, als
wäre nichts geschehen? Zumindest können wir, meinte der damalige
Jugendpfarrer Christoph Schmidt-Ehmcke, die materielle Not
ein wenig zu mindern helfen. Dieter Schönfelder, der Jugendreferent
und sein Kollege im Jugendpfarramt, Andreas Czarske, nahmen die
Idee auf und setzten sie um. Herr Schönfelder spannte Oberstleutnant
Ludo
Hupperts, Presseoffizier der UN-Truppen in Sarajevo während
des Bosnienkrieges, in das Projekt ein und stellte es auf ordentliche Füße:
„Sarajevo love“ wurde ein Hilfsprojekt für die Ärmsten der Armen
in der so schönen Stadt.
Text: Christoph Schmidt-Ehmcke |
| Münster,
5. Mai 2010
des Ev. Kirchenkreises Münster Als vor zehn Jahren
das Musical Sarajevo Love, produziert vom Jugendreferat des Ev. Kirchenkreises
in Münster und anschließend auch in Sarajevo aufgeführt
wurde, ahnte keiner der Mitwirkenden, dass aus dem Besuch in Sarajevo eine
langjährige Unterstützung für Menschen in Not entstehen
würde. Hilfe für Menschen in der vom Krieg zerstörten Stadt
wollten die Münsteraner organisieren und gründeten den „Hilfsfonds
Sarajevo Love“. Inzwischen würden über 50.000 Euro gesammelt
und direkt nach Sarajevo weitergeleitet.
Superintendent Dr. Dieter Beese betonte in seinem Grußwort beim Treffen der Spendergruppe die Bedeutung der Nachhaltigkeit der Hilfe. Aus einem Leuchtturm- projekt der evangelischen Jugendarbeit im Kirchenkreis Münster sei eine Brücke gebaut worden für die Menschen, die immer noch an der Existenzgrenze in Sarajevo Leben müssen.
Frau Selimovic dankte für die dauerhafte Unterstützung, die nicht nur materielle Hilfe, sondern auch Hoffnung für Menschen in Sarajevo bedeutet. Die Spendergruppe sagte zu, ihre Hilfe weiter auszubauen.
Text: Dieter Schönfelder Auskunft erteilt:
|
|
Mitarbeiterin Muamera Selimovic aus Sarajevo vom Winter 2010
|
| Die CD zum Musical ist erhältlich unter: stephan@jovel.de |
| Fotogalerie vom Musical mit den Aufführungen im Jovel aus dem Jahren 1998 und 1999: folgt |
| Fotogalerie vom Musical mit den Aufführungen in Sarajevo von 1999: folgt |
|
|
|
Münsteraner unterstützen Bedürftige in Sarajevo WN 27.05.08 von Klaus Baumeister - hier klicken Die Hilfe dauert an
|
|
Aus Musical anlässlich der 350-Jahr-Feiern zum Westfälischen Frieden wurde nachhaltige Hilfe Unsere Kirche 08.06.08 von Heike Hänscheid - hier klicken |
|
|
|
|